Kleines Palfelhorn

Kleines Palfelhorn mit Wimbachgries
Das Kleine Palfelhorn (auch Palfenhorn, Balfenhorn, Palvenhorn) ist ein 2073 m hoher Gipfel in den Berchtesgadener Alpen.
Das Kleine Palfelhorn liegt, wie auch das Große Palfelhorn (2222 m, südlich, zusammen Palfelhörner genannt), am Ende des Berchtesgadener Wimbachtals.
Nördlich erhebt sich der Hochkalter, nordöstlich der Watzmann, südöstlich der Große Hundstod, nordwestlich die Hocheisspitze.
Die Palfelhörner bilden mit dem südwärtigen Seehorn (2321 m) im Weißbachtal bei Lofer eine kleine Untergruppe. Diese wird bayrischerseits zur Südlichen Wimbachkette des Hochkaltergebirges gerechnet, österreichischerseits üblicherweise zum Steinernen Meer.
Der Name steht zu Palfen ‚Fels‘. Der brüchige Ramsaudolomit gibt dem Gipfel sein Aussehen.
Das ins Wimbachgries vorgelagerte Kleine Palfelhorn ist dem Kletterer vorbehalten und wird wegen seiner extremen Brüchigkeit selten besucht. Der Weg der Erstbesteiger Franz von Schilcher, Johann Punz und J. Schöttl (1885) ist nach einem Bergsturz nicht mehr begehbar. Er galt seinerzeit neben der Ostwand des Watzmann als schwierigste Bergfahrt der Berchtesgadener Alpen. Der derzeitige Normalweg ist der Abstieg der Erstersteiger und erfordert Kletterei im zweiten Schwierigkeitsgrad. Georg Weiß (1877–1937), der große Berchtesgadener Ski-Pionier, bestieg das Kleine Palfelhorn mehr als 80 Mal.

Renate Mannhardt

Renate Mannhardt (* 20. November 1920 in Barmen; † Juli 2013 in New York City, Vereinigte Staaten; gebürtig Hanna Renate Kohlschein) war eine deutsche Schauspielerin.

Renate Mannhardt wurde am 20. November 1920 in Barmen geboren, andere Quellen geben 1923 als Geburtsjahr an.
Die Tochter eines Juristen und Verlagsdirektors nahm privaten Schauspielunterricht. Im Sommer 1943 erhielt sie ihr erstes Engagement am Schauspielhaus von Königshütte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte Renate Mannhardt bei den Münchner Kammerspielen und am Komödienhaus in Berlin. In den 1950er Jahren erhielt sie bedeutende Nebenrollen beim Film. In Der Verlorene (1951) verkörperte sie die Verlobte eines Wissenschaftlers (Peter Lorre), die ihn betrügt, ausspioniert und schließlich von ihm getötet wird. In dem Filmdrama Die Ehe des Dr. med. Danwitz (1956) war sie eine schwangere Ehefrau, die im Hass auf ihren Ehemann (Paul Dahlke) bei sich eine illegale Abtreibung durchführen lässt und dabei stirbt.
Renate Mannhardt war Mutter eines Sohnes namens Christian (* 1942). 1956 lernte sie einen US-amerikanischen Wirtschaftsberater kennen, den sie heiratete und dem sie in die Vereinigten Staaten folgte. Dort trat sie noch in einigen amerikanischen Filmen auf, bevor sie ihre Filmkarriere beendete. In New York, ihrem letzten Wohnort, ist sie Mitte Juli 2013 92-jährig verstorben.

Tethyshadros

Holotyp von Tethyshadros
Tethyshadros (dt.: „Hadrosaurier aus der Tethys“) ist ein Dinosaurier aus der Gruppe der Hadrosaurier, dessen gut erhaltene fossilen Überreste in der Liburnian Formation bei Villaggio del Pescatore in der nordostitalienischen Provinz Triest gefunden und 2009 beschrieben wurde.
Einzige Art ist Tethyshadros insularis. Die Fossilien werde werden in die Oberkreide (spätes Campanium bis frühes Maastrichtium) auf ein Alter von etwa 76 bis 69 Mio. Jahren datiert.
Der Holotyp, mit der Katalognummer SC 57021, ist ein im anatomischen Zusammenhang gefundenes, vollständig erhaltenes Skelett. Es ist einer der vollständigsten jemals gefundenen Dinosaurierskelette. Der Lebensraum von Tethyshadros in der Oberkreide war eine durch die Adriatisch-Dinarische Karbonatplattform gebildete und den heutigen Bahamas ähnliche Inselgruppe im mesozoischen Tethysmeer. Sie hatte eine maximale Landfläche von etwa 100.000 km², etwa so groß wie Kuba.

Tethyshadros wurde etwa vier Meter lang und ist vielleicht ein Beispiel für eine Inselverzwergung. Das Skelett kombiniert primitive und fortschrittliche, abgeleitete Merkmale. Der Schädel des Holotyps ist 47,5 cm lang, 18,5 cm hoch und, mit Ausnahme von dem des Edmontosaurus, langgestreckter als die aller anderen Hadrosaurier.
Tethyshadros steht phylogenetisch und morphologisch nahe bei den hoch entwickelten Hadrosaurierunterfamilien Hadrosaurinae und Lambeosaurinae kann aber keiner der Unterfamilien zugeordnet werden. Die wahrscheinliche systematische Stellung von Tethyshadros gibt folgendes Kladogramm wieder:
 Bactrosaurus
 Gilmoreosaurus
 Tanius
 Telmatosaurus
 Tethyshadros
 Hadrosaurinae
 Lambeosaurinae
Wahrscheinlich entwickelten sich die europäischen Hadrosaurier nicht auf dem Kontinent und besiedelten Europa auch nicht von Nordamerika aus, sondern durch Inselspringen von Asien aus.

Franz Karl Marenzi von Tagliuno und Talgate

Franz Karl Johann Guido Maria Marenzi v. Tagliuno und Talgate Markgraf von Val Oliola Freih. v. Marenzfeldt und Scheneck (* 29. Dezember 1859 in Laibach (Ljubljana); † 22. Februar 1940 in Budapest), war k. u. k. Kämmerer, Offizier (General der Infanterie) und Diplomat (Militärattaché) aus der Familie Marenzi.
Der Sohn des Franz Anton wurde 1878 aus der Theresianischen Militärakademie in der Wiener Neustadt als Leutnant ausgemustert, war Hauptmann 1. Klasse im Generalstabs-Corps, eingeteilt zur Truppendienstleistung bei den Arthur Herzog von Connaught und Stratheam Husaren Nr. 4 (früher Leopold Freiherr von Edelsheim-Gyulai), wurde am 1. Mai 1894 bei gleichzeitiger Einrückung zum Generalstabsdienst als Generalstabschef beim Festungskommando in Przemysl zum Major und am 1. November 1896 zum Oberstleutnant befördert, mit Allerhöchster Entschließung vom 24. Januar 1897, aber erneuert, und zwar beim Paul Alexandrowitsch Großfürst von Russland Infanterieregiment Nr. 63 mit Belassung im Generalstabs-Corps zur Truppendienstleistung eingeteilt.
1905 rückte er zum Oberst und Kommandanten des ungarischen Infanterieregiments Nr. 26 auf, sodann Ernennung am 1. Mai 1906 (Rang am 10. Mai 1906) zum Generalmajor, zum 26. Oktober 1910 (Rang am 1. November 1910) Feldmarschalleutnant, sodann General der Infanterie am 1. August 1914 (Rang vom 2. November 1914). Er war einer der Generäle, die 1914 der ungarischen Landwehr zugewiesen worden waren. Der Graf wurde am 1. März 1916 pensioniert und vom 1. Dezember 1917 bis 1. März 1918 reaktiviert und war in dieser Zeit Militärkommandant von Budapest. Er betätigte sich als Kommandant der 80. Honved-Infanteriebrigade zu Debrezin (Debrecen) und war Generalstabschef der Kavallerie-Truppendivision in Lemberg.
Er war Militärattaché der k. u. k. Gesandtschaften in Bukarest und später in Rom.
Er heiratete 1906 Irene Jozsa (Jósa) von Pankota (* 7. April 1886 in Pankota (Banat); † 2. Mai 1948 in Budapest).
Nach dem Krieg blieb das Ehepaar in Ungarn.

Great (2013)

Great ist eine deutsche Kurzfilm-Komödie von Dog Ear Films aus dem Jahr 2013. Regie führte Andreas Henn und die Hauptrolle spielt Milos Bikovic als Nikola Radosevic, ein junger Partisan der sich mit seiner Liebe zum Film in Gefahr begibt. Die Handlung beruht auf einer wahren Begebenheit. Der Kurzfilm wurde für drei Preise nominiert und sechsmal ausgezeichnet.

Serbien im Zweiten Weltkrieg: Der junge Partisan Nikola Radosevic widersetzt sich seinem Bruder Rado und wird von Ivona, der Frau seines Bruders, die auch eine Partisanin ist, geohrfeigt. Er hat wieder mal Filme anstatt Waffen beschafft, weil er überzeugt ist, dass man Krieg auch ohne Waffen führen kann. Als Filmfanatiker begibt er sich auf dem Weg in das nächste deutsche Soldatenkino um den Deutschen Der große Diktator von Charlie Chaplin vorzuführen. Dieser hat eine unerwartete Wirkung auf die deutschen Besatzer.
Die Premiere des Films fand am 9. November 2012 in Nördlingen statt.
Ein versteckter Hinweis im Internet hat 2011 die Neugierde von Regisseur Andreas Henn geweckt um die genauen Hintergründe der Geschichte zu recherchieren. In Belgrad traf er Nikola Radosevic, dem Protagonisten von damals. Nikola Radosevic starb im September 2013 im Alter von 87 Jahren, die Premiere von „Great“ in Belgrad hat er jedoch noch erlebt.
Die Verfilmung der wahren Geschichte von Nikola Radosevic sollte ursprünglich in Belgrad gedreht werden, was aber aus Kostengründen verworfen wurde. Die Dreharbeiten fanden unter anderem im Eisenbahnmuseum Nördlingen, München sowie in Potsdam-Babelsberg statt. Die Kinoszene wurde im Maxim-Kino in München mit etwa 80 Komparsen gedreht.
Bei der Postproduktion wurden 12 Stunden Filmmaterial auf 22 Minuten reduziert. Die Musik wurde von Sandy Lopicic komponiert.
Der Kurzfilm nahm am Wettbewerb des 34. Filmfestivals Max-Ophüls-Preis und an den Internationalen Kurzfilmfestival in Almeria teil und gewann neben dem Preis für den besten internationalen Kurzfilm auch den Publikumspreis.
Finanziert und gefördert wurde der Film vom FilmFernsehFonds Bayern. Fernsehausstrahlungen fanden auf Arte sowie im Südwestrundfunk SWR statt, welche auch die Koproduzenten sind.

Teburoro Tito

Teburoro Tito (* 25. August 1953 auf Tabiteuea), in neuerer Schreibung auch Tiito [si:to], war vom 1. Oktober 1994 bis zum 4. Juli 2003 Staats- und Regierungschef sowie Außenminister der Republik von Kiribati. Er ist Mitglied der Partei Boutokaan Te Koaua (Pillars of Truth).
Programmatische Ziele seiner Regierung waren die Senkung der raschen Bevölkerungszunahme, die zu Arbeitslosigkeit und Landknappheit führte und die Modernisierung des staatlichen Fischereiwesens. Weitere wichtige Probleme des Landes während seiner Regierungszeit waren die wachsende Verschuldung sowie Wasserknappheit.
1996 appellierte Tito eindringlich an die Industriestaaten, ihren Kohlendioxidausstoß drastisch zu verringern, um ein weiteres Ansteigen des Meeresspiegels zu stoppen. Da die meisten Inseln Kiribatis nur wenige Meter aus dem Wasser ragen, wurde eine Überflutung Kiribatis bis Mitte des 21. Jahrhunderts befürchtet.
Obwohl die Auslandsverschuldung Kiribatis in seiner Regierungszeit auf rund elf Millionen Australische Dollar anwuchs, wurde Tito am 27. November 1998 in direkten Wahlen mit knapp 53 Prozent der abgegebenen Stimmen im Amt des Staats- und Regierungschefs von Kiribati bestätigt.
Am 1. Januar 2000 wurde unter seiner Führung auf der Hauptinsel des Caroline-Atolls, einem Atoll am Rande Kiribatis, das neue Jahrtausend in einer groß angelegten Feier begonnen.
Am 10. Mai 2002 hielt Tito eine Rede vor der UN.
Am 5. Juli 2003 löste Anote Tong Teburoro Tito als Staats- und Regierungschef sowie Außenminister von Kiribati ab.
Ieremia Tabai | Rota Onorio* | Ieremia Tabai | Teatao Teannaki | Tekiree Tamuera* | Ata Teaotai* | Teburoro Tito | Tion Otang* | Anote Tong* | Taneti Mamau Vorsitzender des Staatsrats*

Slim-Fast

Slim-Fast ist eine Marke, unter der diätunterstützende Formula-Diäten (Shakes) und Zwischenmahlzeiten (Riegel) für eine Reduktionsdiät hergestellt und vertrieben werden.
Slim Fast wirbt häufig mit Diäten prominenter Personen, die ihre Produkte einsetzen. Mitte der 1990er Jahre war Harry Wijnvoord in Deutschland einer der prominenten Werbeträger.
Lange Zeit benutzte Slim-Fast den Slogan „a shake for breakfast, a shake for lunch, then a sensible dinner“ („Ein Shake zum Frühstück, ein Shake zu Mittag, dann ein vernünftiges Abendessen“), um die Anwendung der Slim-Fast Produkte im Rahmen des Diätplans zu beschreiben. In letzter Zeit versucht die Marke vor allem durch die Verknüpfung der Slim-Fast-Produkte mit der „Best Life Diät“ erfolgreich zu sein. Einer Studie von 2003 zufolge sind Langzeiterfolge mit Slim-Fast durchaus möglich, unter der Voraussetzung, dass sich Anwender streng an die SlimFast-Regeln halten.
Slim-Fast wurde 1977 von S. Daniel Abraham als Teil der Thompson Medical Group gegründet. 1987 privatisierte Abraham die Marke und verkaufte sie im Jahr 2000 für 2,3 Milliarden Dollar an Unilever. Sie wurde unter anderem in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Irland, Deutschland und Brasilien vertrieben.
Ab etwa der Jahrtausendwende kämpfte Slim-Fast, wie viele andere Diätprodukte im Zuge des Aufkommens von sogenannten Low-Carb-Diäten, mit einem Verkaufszahlenrückgang (2002: 21 Prozent in einem Jahr). Darauf reagierte die Marke 2004 mit einer eigenen Low-Carb-Produktreihe, um diesen Teil des Marktes mit abzudecken. Des Weiteren wurden Slim-Fast-Optima-Produkte entwickelt, die im Vergleich zu den standardmässigen Slim-Fast-Produkten einen noch geringeren Zuckergehalt haben sollen.
Aufgrund starker Absatzrückgänge wurde der Vertrieb in Deutschland um das Jahr 2005 von Allpharm übernommen. Im Jahr 2014 veräußerte Unilever einen Mehrheitsanteil an Slim-Fast an die US-amerikanische Beteiligungskapitalgesellschaft Kainos Capital.

Benno Vigny

Benno Vigny (* 28. Oktober 1889 in Commercy; † 31. Oktober 1965 in München) war ein deutsch-französischer Schriftsteller und Drehbuchautor.

Vigny wuchs in Wien auf und gelangte in den 1920er Jahren nach Berlin. Dort begann er in Zusammenarbeit mit Kollegen als Drehbuchautor zu arbeiten, besonders für deutsch-britische Co-Produktionen.
1927 erschien sein Roman Amy Jolly, die Frau aus Marrakesch, dessen Verfilmung unter dem Titel Marokko 1930 in den USA Marlene Dietrichs Hollywoodkarriere begründete. Ein weiterer von ihm 1927 veröffentlichter Roman hatte den Titel Nell John. Der Roman einer Verjüngten.
Zu Beginn der 1930er Jahre ging Vigny nach Paris und schrieb dort, wiederum in Zusammenarbeit mit Autorenkollegen, für internationale Co-Produktionen. Der wenig bekannte Film Bariole blieb seine einzige eigene Inszenierung.
Danach fand Vigny als Drehbuchautor nur noch gelegentlich Anschluss an das Filmgeschehen. Mit dem Co-Drehbuch zu Der Verlorene, der ambitionierten, aber vom Publikum wenig beachteten Erstlingsinszenierung von Peter Lorre, war er das letzte Mal an einem Film beteiligt. Seinen Lebensabend verbrachte er in München.

Hanns Günther

Walter de Haas (* 1886; † 1969) war unter dem Pseudonym Hanns Günther ein deutscher Autor, Übersetzer und Herausgeber von populärwissenschaftlichen Büchern.

Er wirkte ab 1912, als er begann, elektrotechnische Einführungen in der Franckh´schen Verlagshandlung bzw. der populärwissenschaftlichen Kosmos-Reihe zu veröffentlichen. Seine Bücher gelten noch heute als Referenz für die Verbindung von Exaktheit und Verständlichkeit.
Als heute noch bedeutend angesehen wird sein Buch In hundert Jahren – Die künftige Energieversorgung der Welt das 1931 von der Gesellschaft der Naturfreunde herausgebracht wurde. In diesem Buch propagierte er im Hinblick auf die Endlichkeit der Kohlevorräte Geothermiekraftwerke (diesen Typ gab es damals schon in Italien) und die bis dahin nirgends realisierten Kraftwerkstypen Aufwindkraftwerk, Wellenkraftwerk und Gezeitenkraftwerk.
Gesucht ist auch sein Werk Das Buch von der Eisenbahn von 1927, weil die damals aktuelle Bahntechnik heute noch historisch interessierte Bahnfreunde fasziniert. Das Buch behandelt alle Themen, von der grundlegenden Physik über die Technik der Fahrzeuge, Schienenwege und Signale bis zu den Bahnbauten und Fragen des Fahrplans.
Seine Bücher waren auch in der Schweiz sehr erfolgreich.

Yamauba

Yamauba (jap. 山姥, dt. Berghexe), auch Yamamba, ist eine Yōkai (Monster) der Japanischen Mythologie. Sie wird häufig mit der nicht verwandten Yuki Onna (Schneefrau) verwechselt.

Die Yamauba sieht wie eine alte, für gewöhnlich hässliche Frau aus. Ihr Haar ist ungepflegt, lang und goldweiß. Ihr häufig roter Kimono ist dreckig und zerrissen. Der Mund soll sich über das gesamte Gesicht erstrecken (Kuchisake-onna) und in einigen Beschreibungen besitzt sie einen zweiten Mund auf ihrem Kopf (Futakuchi-onna). Jedoch kann sie ihr Aussehen verändern und benutzt dies, mit großem Erfolg, um ihre Opfer zu fangen.
Die Yamauba wohnt tief in den Wäldern und Bergen Japans. Verschiedene Gegenden nehmen in Anspruch, dass die Yamauba eine Einheimische sei, z. B. Sabane (佐羽根) bei Miyako, wo sie einst in einer Höhle am Berg Nabekura (鍋倉山, Nabekura-san) gelebt haben soll, die Region Tōhoku und die Ashigara-Berge. In den meisten Geschichten lebt sie in einer Hütte.
Die Yamauba hat es auf Reisende abgesehen, die sich in ihren Wäldern verlaufen haben. Ihre genaue Vorgehensweise variiert von Geschichte zu Geschichte. In einigen verwandelt sie sich in eine schöne Frau oder eine dem Opfer nahestehende Person. In anderen behält sie ihre hexenhafte Form und spielt die hilflose ältere Dame. Sobald sie sich das Vertrauen ihres Opfers erschlichen hat, frisst sie es auf der Stelle. Sie kann ihr Haar beleben bzw. in einigen Erzählungen in Schlangen verwandeln, um ihre Beute in das Maul auf ihrem Kopf zu ziehen. Auch bietet sie dem Verirrten ihre „Hilfe“ an, führt ihn in eine gefährliche Gegend auf dem Berg, wo er zu Tode stürzt und von ihr aufgegessen wird. In wiederum anderen Erzählungen lockt sie das Opfer in ihre Hütte, mästet und isst es.
Zusätzlich zum Töten von Erwachsenen wird ihr auch die Schuld am Verschwinden von Kindern gegeben, und Eltern benutzen sie oft als Kinderschreck.
Weil ihr Verhalten einer weiblichen Oni ähnelt, gehen einige Gelehrte davon aus, dass sie einfach nur ein benanntes Mitglied dieser Gruppe sei. Sie ist aber nicht wie die Oni unbesiegbar. Einige Erzählungen machen sie zu einem Geschöpf der Nacht, das sich bei Tag nicht bewegen kann. In mindestens einer Überlieferung ist ihre einzige Schwäche eine Blume, die ihre Seele enthält. Sobald diese Blume zerstört wird, stirbt auch die Yamauba. Sie wird oft als ziemlich leichtgläubig dargestellt, und Geschichten, in denen sie von ihrem Opfer ausgetrickst wird, sind ziemlich häufig.
Die Yamauba ist in den Zauberkünsten und mit Heiltränken und Giften gewandt. Manchmal tauscht sie dieses Wissen mit Menschen, die ihr dafür ein Ersatzopfer bringen müssen, welches dann von ihr gegessen wird, oder einen ähnlich boshaften Handel eingehen.
Trotz ihrer Raubtiernatur hat die Yamauba auch eine gütige Seite. Zum Beispiel zog sie den Waisen und Helden Kintarō auf, der zum bekannten Krieger Sakata no Kintoki wird. Diese Beziehung bildet die Grundlage für das Nō-Drama Yamauba von Zeami Motokiyo, das sie als liebende Mutter zeigt. Dies beeinflusste mehrere moderne Erzählungen, die sie als matronenhafte Figur oder gar als Verkörperung der Liebe darstellen. Bei anderen Geschichtenerzählern ist sie einfach nur eine einsame Wanderin und Symbolfigur für die Harmonie mit der Natur.
Einige Gelehrte legen ihren Ursprung während der Edo-Zeit, als eine große Hungersnot Japan heimsuchte und viele Dorfbewohner ihre Alten aus Nahrungsmangel in die Wälder verstießen oder sie gar gegessen haben sollen. Die Yamauba soll damit aus einem psychologischen Bewältigungsmechanismus heraus geboren sein.
Legenden über die Yamauba reichen bis zur Heian-Zeit zurück. Zu dieser Zeit baute ein Dorf namens Sabane die Umgehungsstraße des Nembutsu-Passes (念仏峠, Nembutsu-tōge) um eine Höhle herum, die das Heim dieser Hexe sein sollte.
Die Yamauba-Legende ist in Japan noch sehr lebendig. In den späten 1990ern begannen sich junge Japanerinnen die Haare zu bleichen, sehr stark zu bräunen und weißes Make-up aufzutragen. Auf Grund der Ähnlichkeit zum Aussehen der Berghexen wurde dieser Modetrend Yamamba genannt.